Trotz der 22km heute war es nicht sehr anstrengend, da ausnahmsweise nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen waren (790m hoch, 650m runter). Leider war es wieder den ganzen Tag wolkenverhangen, mit Nebel und manchmal leichtem Regen. So habe ich die schöne Landschaft nur auf diversen Postkarten bewundern können. Für morgen ist mal wieder besseres Wetter angesagt.
Geändert hat sich seit gestern komplett der Charakter der Dörfer, durch die ich gekommen bin. Nicht mehr die für die Walser typischen Holzhäuser, sondern mehr italienisch, aus Stein und oft auch in den Dörfern mehrstöckig und verschiedenste Stile vermischt.
Der Nachmittag hatte etwas von einem Pilgerweg: Mittagessen im Santuario (Kloster) San Giovanni und von dort in 3 Stunden zum Santuario Oropa. Oropa ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Italiens, eine riesige Anlage in den Bergen auf knapp 1200m und einer Kathedrale, die 3000 Menschen fasst. Verehrt wird hier die schwarze Madonna, die in einer alten Basilika angebetet wird. Glücklicherweise bin ich nicht am Wochenende hier, da ist hier die Hölle los. Mein Zimmer ist im Kloster, eine ehemalige Mönchszelle, aber nicht so karg wie damals, sondern ausgestattet mit Dusche, WC und sogar TV.